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+++ Rätselhaftes im Endspurt!
Unser Winterrätsel muss nun ganz schnell gelöst werden - am 31. Januar ist Einsendeschluss. Leider sind beim Abdruck des Rätsels im MAGAZIN 1/2010 zwei abgrenzende Striche zu viel aufgetaucht. Die Lösungswörter für 17 senkrecht als auch 89 senkrecht verlangen jeweils vier Buchstaben!!! Wir entschuldigen uns schon mal für die angerichtete Verwirrung und geloben Besserung. +++
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Reportage
Haben die Tiere nun einen Namen?
Wer Schafe hüten will, muss ihren bernsteingoldenen Blick aushalten und ihre Opfer-Sehnsucht durchschauen. Aber das ist nichts gegen die verordnete Ruhe, die auf eine innere Explosion zustrebt. Zwischen Hütehund und Weidezaun ist der Mensch das »Leitschaf«, und da läuft das Unterbewusstsein schon mal Amok
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Ein Selbstversucht von Christine Brügge
»Wollen Sie mal Schafe hüten?«, stand auf einer Visitenkarte, die mir Schäfer Detlef Kletschkus vor ein paar Wochen in der tosenden Hamburger City neben einem Wurf Welpen entgegengehalten hatte. Ich griff zu. Ich will. Packe fröhlich das Auto voll und fahre stundenlang staubige Buckelpisten. Erreiche den ehemaligen Grenzstreifen in Mecklenburg-Vorpommern. Hier, wo »nischt als Gegend« ist, haben sich besonders viele Schäfer angesiedelt. Praktisch die Hochburg der Hüter.
Nach einer mittellangen Begrüßung, die zugleich erste thematische Einweisung ist, leitet mich Kletschkus in einen noch weiter abgelegenen Landstrich zu meiner Bleibe: einen ausgestatteten Bauwagen ohne Klo. Überreicht mir die wichtigsten Utensilien: zwei Wasserkanister à 20 Liter (Trinken, Abwaschen, Körperhygiene) und einen Hütehund. Nell, so der Name der Bordercollie-Hündin, kennt das schon. Legt sich wie ferngesteuert unter die Pritsche. Ich versuche, sie zum Spielen zu animieren, aber sie wartet stur auf Dienst nach Vorschrift. Viel zu gut abgerichtet, befinde ich seufzend.
Am ersten Morgen regnet es in Strömen. Die Regenjacke habe ich eingepackt, aber die Gummistiefel vergessen. Kletschkus, der mich zur Arbeit abholt, will sich ausschütten vor Lachen. Pikiert verbringe ich den Tag in den Schuhen schwimmend. Und lerne: Zehn Schafe brauchen einen Hektar Land. »Wie bringt man Herden von einer Wiese auf eine andere?«, fragt Kletschkus. »Indem man hingeht?«, frage ich. Falsch. Indem man Zäune umsetzt. Von Weide zu Weide. Und zwar mit unfehlbarer Akkuratesse, denn jeder schlampig gesetzte Zaun kann verheerende Folgen haben. Entweder gehen Schafe stiften, weil das Gras woanders grüner erscheint. Oder sie verfangen sich in schlaffen Strippen. Wenn es niemand bemerkt, sterben sie qualvoll. Und jedes verlorene Schaf kostet ungefähr 100 Euro. Umgerechnet in Schlachtpreis: 50. »Das ist ja ein Verlustgeschäft«, sage ich. Wieder falsch. »Nachwuchs« ist das Stichwort.
Es ist so weit – die Zäune werden an der Übergangsstelle geöffnet, ein Pfiff schrillt durch die Luft: Nell! Von jetzt auf gleich wird aus der lethargisch scheinenden Madame ein spitzschnäuziges Geschoss mit wehenden Haaren. Fiebrig treibt sie die Schafe vor sich her, preschen die bislang so sanft anmutenden Geschöpfe wie Vollblüter um ihr Leben. Es klingt, als würde die Camargue unter den Hufen wilder Pferde beben.
Bislang hatte ich noch keine Gelegenheit, mir die scheuen Wesen aus der Nähe anzusehen. Aber jetzt, wo sie umgesiedelt verschnaufen, kann ich mich anpirschen. Und sofort ist es um mich geschehen. Diese Augen! Bernsteingoldglas. Lichtfeuerfeuerlicht. Sie hätten einen Dichter schicken sollen, denke ich benommen. »Unvergleichlich«, sage ich. »Finden Sie nicht auch?«, frage ich Kletschkus. Er sieht mich an. Es kämpft in dem Mann. »Jaaa«, antwortet er zögerlich und reibt sich am Kinn.
Früher, lerne ich weiter, waren Schäfer nicht sesshaft und an ihre Herden gebunden. Tag und Nacht haben sie bei ihnen verbracht. Was machte man derweil? Lesen, denken, schreiben. Nicht wenige begannen zu trinken.
Wie sich Schafkühe zur Muttermafia verbinden und der Opferblick der Tiere spricht: »Hier bin ich. Wirst du mich fressen?«, erfahren Sie Februar-Ausgabe DAS MAGAZIN |
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Die Ausgabe 2/2010 gibt es jetzt am Kiosk. |
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