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+++ Merci, merci allen Mädels (und Jungs), die als Plakatguerilla in den letzten Wochen unterwegs waren, um die MAGAZIN-Werbung unter die Leute zu bringen und ihre Lieblingsorte mit unseren Flyern und den "Lesen macht schön“-Plakaten zu schmücken. +++
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+++ Lesung: Stefan Schwarz gibt sich am 30.09.2010 in Lüneburg die Ehre.
Buchhandlung am Markt, Bardowicker Str. 1, Beginn ist 20 Uhr.
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Beziehungsleid
Nach der Trennung
War das nun die erste Liebe oder die große Liebe oder die erste große Liebe? Egal, man lässt ihn ziehen und schneidet sich erst mal die Pulsadern auf
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Text: Kirsten Fuchs
1. Tag
Ich schneide mir die Pulsadern auf, und dann schlage ich im Erste-Hilfe-Buch nach, wie ein Druckverband geht, und dann mache ich das Bad sauber. Ich telefoniere mit einer Freundin, die sagt, ich solle froh sein, ihn loszuwerden, er wäre ein Muttersöhnchen. Ich finde das nicht. Er ist ja schon erwachsen. Er ist ein Muttersohn.
2. Tag
Ich habe mich getrennt. Von meinen Haaren. Ich denke über ihn, dass er mein Müll ist. Ich trenne ihn. Er ist aber auch mein Tee, ich lasse ihn ziehen. Er ist einfach ein Pups, ich lasse ihn fahren. Ich bin ich und lasse mich gehen. Ich schminke mich nicht mehr. Das heult sich sowieso ständig weg.
3. Tag
Ich will was unglaublich Dummes machen. Ich sehe fern. Wieder ein Tag weggelitten.
4.Tag
Ich schneide mir die Pulsadern auf und weiß ja inzwischen, wie ein Druckverband geht. Diesmal habe ich es in der Küche gemacht, weil ich eh mal putzen musste. Nächstes Mal mache ich es in der Stube.
5. Tag
Mein Herz tut weh. Ich esse Bratwurst mit Auakraut. Ich spreche auf meinen AB, dass ich nicht ansprechbar bin und nicht zurückrufe, aber es ruft sowieso keiner an. Das finde ich schlimm. Ich gehe zu einer Telefonzelle und rufe mich an. Ich bin nicht zu Hause. Mein AB sagt, ich bin nicht ansprechbar. Ich lege deshalb auf. Zu Hause habe ich ein Tuten auf dem AB. Das macht mich irre. Wer hat mich nur angerufen. Hat er angerufen? Ich rufe ihn an und frage, ob er mich angerufen hat. Er sagt nein. Ich sage tschüss und lege auf. Ich bin mächtig stolz auf mich.
6. Tag
Ich mache mir vorher einen Druckverband und schneide mir dann erst die Pulsadern auf. Das find ich clever. Dann habe ich keinen Grund, meine Stube zu putzen, und darum mache ich es nicht.
7. Tag
Eine Woche schon. Andere Frauen mussten jahrelang auf ihre Männer warten, wenn die im Krieg waren. Aber die wurden wenigstens geliebt. Ich möchte lieber, dass mein Mann im Krieg ist und mir liebe Briefe schreibt. Ich ohrfeige mich für diese Gedanken, bis ich knallrote Wangen habe. Ich treffe mich mit einer Freundin, die sagt, ich sähe gut aus, weil ich nicht so blass bin wie sonst.
Wie es mit Kirsten Fuchs’ Liebesschmerz weitergeht, erfahren Sie in der September-Ausgabe
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Die September-Ausgabe gibt es jetzt am Kiosk |
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