MAGAZIN-HISTORIE | ÜBERBLICK

Die einen nennen das Blatt »New Yorker des Ostens«, die anderen monatliche Wundertüte: DAS MAGAZIN, gegründet 1924, erfindet sich immer wieder neu und hat mit seiner ungewöhnlichen Mischung aus Journalismus und Literatur seit Jahrzehnten Erfolg. Auf dieser Seite finden Sie eine kurze Chronik der langen Geschichte. In einer weiteren Übersicht werden interessante Akteure, die  die Wege des MAGAZINs kreuzten, vorgestellt.

 

 



1924
1924 – Anfänge

Robert Siodmak, später Filmregisseur, gründet mit dem Journalisten F.W. Koebner die Monatszeitschrift DAS MAGAZIN. Das Blatt erscheint erstmals mit der Oktoberausgabe. Das handliche Pocket-Format orientiert sich an amerikanischen Vorbildern und bringt den Begriff »magazine« erstmals nach Deutschland. Der abwechslungsreiche Themenmix widmet sich Film, Tanz, Literatur, Mode, Fotografie. DAS MAGAZIN ist mit einer Auflage von über 200 000 Exemplaren die mit Abstand erfolgreichste Monats-Illustrierte dieser Jahre. Ständiger Gast auf den Titelblättern: ein kleiner Engel; er wird zum ersten Emblem der Zeitschrift.

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1929 – Marlene Dietrich

Die damals noch unbekannte Schauspielerin, arbeitete mehrmals als Fotomodell für DAS MAGAZIN. Im Mai 1929 posiert sie als Covergirl. Nach ihrem Durchbruch mit dem Film »Der blaue Engel« verlässt sie Deutschland – aus Hollywood schickt sie auch später noch Korrespondenzen. Die Zeitschrift ist damals sehr populär, die Auflage beträgt über 220 000 Exemplare, das Blatt hat prominente Leser: Zur 100. Ausgabe (März 1932) gratulieren u.a.: Henny Porten, Hans Albers, Heinrich Mann, Max Pechstein, Fritz Lang, Roda Roda, Lilian Harvey, Claire Waldoff. In diesen Jahren veröffentlicht DAS MAGAZIN auch immer wieder Bilder von Vertretern der Fotografie-Avantgarde. u.a. Aufnahmen der Expressionisten Man Ray und Heinz Hajek-Halke.

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1941 – Zwangspause

Während der Nazizeit gibt sich sich die Zeitschrift zunächst demonstrativ unpolitisch, erst nach und nach wird sie in die NS-Propaganda eingebunden. Im Juli 1941 wird ihr Erscheinen eingestellt. »Aus kriegsbedingten Gründen«, wie es in einer Erklärung heißt. Es gelte, »Menschen und Material für andere kriegswichtige Zwecke freizumachen«. Mitbegründer F.W. Koebner wurde Ende 1933 wegen seiner jüdischen Abstammung entlassen.

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1949 – Zwischenstation

Als die Alliierten 1949 den Pressemarkt freigeben und damit auch alte Titel wieder zulassen, versucht F.W. Koebner in Stuttgart eine Neuauflage des MAGAZINs. Im Juli bringt er die erste Nummer heraus. Die netten Mädchen auf den Covern sind wieder dabei und auch der kleine Engel als Maskottchen. Doch so sehr sich die Redaktion auch bemüht – Witz und Glamour der ersten Jahre bleiben unerreicht. Nach 13 Ausgaben gibt Koebner auf und widmet sich einer anderen Zeitschrift, dem Modejournal »Elegante Welt«.

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1954 – Neubeginn

In der DDR erscheint ab Januar 1954 die Neuauflage des »Magazins«.  Nach dem 17. Juni und der Kritik an der Medienpolitik der SED wurde als Zugeständnis u.a. eine intelligente Unterhaltungszeitschrift genehmigt. Bertolt Brecht soll den Titel ins Gespräch gebracht haben. Die Rückgriffe auf das historische Vorbild der 20er Jahre sind erkennbar, die Zeitschrift erscheint wieder im typischen A5-Format, bewegt sich auf unterhaltsame Weise zwischen Kultur- und Beziehungsthemen und setzt erfolgreich auf Illustrationen.

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1955 – Titellegende

Der Illustrator Werner Klemke steuert sein erstes Titelbild bei, ab 1958 übernimmt er diese Aufgabe Monat für Monat.  Bis 1991 gestaltet er 423 Cover; auf allen taucht ein kleiner Kater – mal mehr, mal weniger versteckt – auf, manchmal sieht man von ihm nur ein Ohr. Das Tier wird, ähnlich wie in den 20er Jahren der Engel, zum Maskottchen des Blattes.

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1959 – Publikumsliebling

1959 übernimmt Hilde Eisler die Chefredaktion. Bis zu ihrem Abschied 1979 prägt sie das Blatt als vergnügliches journalistisch-literarisches Journal. Die Auflage steigt zu DDR-Zeiten auf über 500 000 Exemplare. Ein Aktbild, seit den 20er Jahren feste Rubrik im Blatt, trägt zur großen Popularität bei.

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1990 – Baustelle

Als eine der wenigen ostdeutschen Zeitschriften behauptet sich »DAS MAGAZIN« auf dem gesamtdeutschen Pressemarkt. 1991 übernimmt Gruner & Jahr das Blatt, gibt es aber bald weiter. Es folgen mehrere Verlagswechsel und Profilierungsansätze; unver­ändert bleibt bei all den Selbstfindungsversuchen das handliche A5-Format. Anfang 1999 erscheint das Sonderheft »75 Jahre DAS MAGAZIN«, dazu gibt es eine Ausstellung, die durchs Land tourt.

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2001 – schön & gut

DAS MAGAZIN holt neuen Schwung und setzt erfolgreich auf Qualitäts-Journalismus. Es hat sich als amüsantes, anregendes Forum für Sinnsucher und Gedankenspieler etabliert. Marken­zeichen sind inzwischen wieder die illustrierten Cover. »Die Zeitschrift verbreitet erstaunlich gute Laune«, schrieb »Die Welt«, die FAZ erklärte DAS MAGAZIN gar zum »New Yorker des Ostens«. Die Zeitschrift erscheint im Eigenverlag und profiliert sich wie zu ihren besten Zeiten als ungewöhnliche Kulturzeitschrift. DAS MAGAZIN wird inzwischen von einer neuen Autoren- und Lesergeneration entdeckt und geliebt, Auflage: 60 000 Exemplare.

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